Top

Eindrücke von Tansania – Wir sind auf dem Weg zu Waisenkindern

Eindrücke von Tansania – Wir sind auf dem Weg zu Waisenkindern

“WIR MACHTEN UNS FÜR WAISENKINDER AUF DEN WEG.”

 

WEFA e.V. – Weltweiter Einsatz für Arme besucht jedes Jahr gemeinsam mit Freiwilligen die Länder, in denen Projekte für Waisenkinder stattfinden, um diese zu behüten und den Schutzlosen von ihnen beizubringen, wie man auf den eigenen Beinen steht. Dabei wird festgestellt, welche Bedürfnisse die Kinder haben und ihnen wird Taschengeld auf die Hand gegeben.

 

Auf unserer Afrika-Reise im Jahr 2018 haben uns unsere freiwilligen Freunde begleitet. Um unsere Hilfen bei den Waisenkindern ankommen zu lassen, haben wir uns dieses Mal gemeinsam als WEFA-Team und freiwillige Helfer auf den Weg nach Tansania gemacht.

 

DIE BEOBACHTUNGEN VON DER FREWILLIGEN RABIA SEFI, DIE UNS AUF DER TANSANIA REISE BEGLEITET HAT

 

Ich habe die schönsten, emotionalsten und bedeutungsvollsten Tage meines Lebens gemeinsam mit den vom Pech verfolgten, aber lächelnden Menschen erlebt, die auf Sansibar, einer kleinen Insel Tansanias, leben. Ich besuchte Afrika das erste Mal und obwohl ich dort erst eine Woche war, hatte ich bereits viele Erfahrungen gesammelt.

 

Ich habe gelernt, dass man durch die kleinsten Dinge glücklich sein kann und dass sich Frieden nicht in Wohlhaben, sondern Dankbarkeit verbirgt. Zudem habe ich den Wert des Friedens schätzen gelernt, der sich in schlechten und armen Zeiten durch das Vertrauen und die Dankbarkeit an Allah zeigt.

 

Obwohl ich weiß, dass Wasser eine sehr große Gabe ist, wie oft kommt es mir am Tag in den Sinn zu sagen: „Ich kann solch ein wertvolles Geschenk unbegrenzt benutzen. Alhamdulillah!“? Während wir auf eine selbstverständliche und rücksichtslose Art Wasser verbrauchen, wie oft denken wir dabei an die Menschen, die kilometerlange Strecken zurücklegen, um an einen Schluck Wasser zu gelangen? Während die Menschen in Afrika ihre Gebetswaschung mit gesammeltem Regenwasser nehmen, wie viel Schwierigkeit hatten wir im Leben, unsere Gebetswaschung zu nehmen?

 

Die Türen und Fenster der ersten Schule, die ich in Afrika gesehen habe, sind offen. Das Dach kann, auch wenn nur wenig, Schutz vor dem Regen bieten. In den Schulen gibt es weder Teppiche noch Sitzreihen. Der Boden besteht nur aus Erde. Die Kinder, die hier gelehrt werden, haben weder Tafeln noch einen Platz zum Sitzen. Die kleinen Hāfiz von Sansibar werden in zusammengebastelten Schulgebäuden unterrichtet, die nur aus vier Wänden bestehen. Die Waisenkinder Sansibars wollen sich bilden. Sie laufen kilometerlange Wege, um in den Schulen unterrichtet zu werden, die von der Türkei erbaut wurden. Ich merke, dass es an uns liegt, die wissensdurstigen Kinder an den Händen zu nehmen und ihnen liebevoll Hilfe anzubieten.

 

Wir hatten uns gemeinsam mit WEFA für unsere Waisenkinder auf den Weg gemacht… Als wir die Schule erreichten, die für Waisen in Sansibar eröffnet werden sollte, empfingen sie uns mit großer Aufregung, Freude und sangen Lieder. Wir besuchten einige unserer Waisenkinder zu Hause und überbrachten ihnen Hilfe. Die Antwort auf die Frage: „Fehlt dir noch etwas?“ eines jeden Waisen, den wir antrafen, war: „Alhamdulillah. Mir reicht alles“.

 

Was mich am meisten berührte waren die Ereignisse, die ich erlebte, währenddessen ich an unsere Waisenkinder Bonbons verteilte. Jeder, der ein Bonbon hatte, ging glücklich davon und als wir ein zweites geben wollten, zeigte er entweder auf diejenigen, die noch keins hatten oder nahm es und gab es seinen Freunden, die noch keins hatten. In was für einem tollen Miteinander sie doch waren… Zudem war es ein einzigartiges Gefühl zu teilen, für Allahs Wohlgefallen zu geben und nützlich zu sein.

 

War denn heute ein Eid-Fest, sodass sich unsere Waisenkinder schick machten und gemeinsam mit ihren Müttern zu unserer Einladung erschienen! 300 Waisenkinder und ihre Mütter warteten in Stille im Saal. Erst schenkten wir unseren 300 Waisenkindern ihre Kleidungsstücke. Als ich einem Kind half, sich anzuziehen, stellten sich die anderen sofort in Form einer Schlange auf. Sie haben so niedliche Blicke, dass man sich nicht traut ihr Herz zu brechen und ihnen „nein“ zu sagen.

 

Anschließend wurden die Opfer geschlachtet, die durch Freiwillige als Adak oder Aqīqa gespendet wurden und das Fleisch wurde an die Hilfsbedürftigen verteilt. Gemeinsam wurde Essen gekocht und verzehrt. Wir wurden Zeuge, wie die beschämte Mutter eines Waisen nicht aß, sondern ihr Essen heimlich in ihre Tasche packte. Wer weiß, wieso sie das Essen nicht verzehren konnte und für wen sie ihr Essen heimlich versteckte…

 

Stellt euch nun eine Straße vor… Es fließt kein Wasser in den Häusern, aber die Kinder gehen mit Leib und Seele zur Schule. Stellt euch eine Straße vor… Die Kinder sind fröhlich und rennen herum. Die Kinder singen Lieder und tanzen. Überall sind Freudengeschreie zu hören. Erst sind wir verwirrt darüber, wo wir angekommen sind, doch dann sehen wir, wie Menschen mit Gebeten auf einen Brunnen treffen, aus dem Wasser fließt. Während die Gebete der Menschen weitergehen, werden andererseits Opfer geschlachtet. Stellt euch eine Straße vor… Vielleicht gibt es kein Eid-Fest, aber man sieht die Freude eines Festes in jedem Waisenkind… Könnten Sie Ihre Freudentränen zurückhalten, wenn Sie in dieser Situation wären? Ich konnte sie nicht zurückhalten und weinte dort vor Freude. Ich konnte mich nicht einmal daran erinnern, wann ich das letzte Mal Freudentränen vergossen hatte. Hatte ich überhaupt jemals zuvor vor Freude geweint? Nicht einmal daran konnte ich mich erinnern. Nebenbei dachte ich an die Familie, die an diesem armen und nach Wasser bedürftigem Ort einen Brunnen gebaut und somit für gute Taten gesorgt hatte. In wie vielen Gebeten von den Menschen sie doch Platz genommen hatten… Was für ein gesegneter Brunnen dies war, dass drumherum so viele Adak und Aqīqa geschlachtet wurden und eine Schule erbaut wurde.

 

Es gibt so viele Dinge zu erzählen, jedoch möchte ich meine Worte mit einem Gebet beenden: „Allah soll uns allen erlauben zu den Menschen zu werden, die gute Taten und Wohltätigkeiten erbringen.“

 

DIE WEFA FREIWILLIGE RABIA SEFI