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Der Erwartete zu sein

Der Erwartete zu sein

WIR REISTEN ALS DAS WEFA-TEAM UND MIT FREIWILLIGEN FREUNDEN NACH TANSANIA, UM DIE OPFERFEST-SPENDEN AN HILFSBEDÜRFTIGE ZU ÜBERMITTELN

 

Das im Süden Afrikas gelegene Land Tansania zeigt uns, was Armut wirklich bedeutet. Im Film König der Löwen sagt der Löwe Mufasa zu seinem Sohn Simba jedes Mal, wenn er traurig ist „Hakuna Matata”, also „Mach dir keinen Kopf”. Wer weiß, ob die Menschen diesen Spruch ständig verzweifelt vor sich hinmurmeln, weil sie wissen, dass es sich unter diesen Umständen nicht leben lässt?

 

Aufgrund der Armut, der Dürre und dem fehlenden Wasser ist das Leben für die tansanische Bevölkerung ein Kampf. Wir haben am Opferfest des Jahres 2018 gemeinsam mit dem Vorsitzenden von WEFA Belgien İbrahim URAL, der bereits zuvor mit den Teams von WEFA e.V. Weltweiter Einsatz für Arme bei Hilfsaktionen in Burkina Faso, Kenia, Benin, der Mongolei und Bangladesch wohltätige Dienste erbracht hatte, Hilfe geleistet.

 

WEFA e.V. Weltweiter Einsatz für Arme leistet regelmäßig humanitäre Hilfe in Tansania und hat bis heute bereits mehr als 50 Brunnen, Schulen, Gesundheitszentren, Kinderspielplätze, Waisenschulen und Madaris errichtet.

DIES SIND DIE EINDRÜCKE DES WEFA-ZUSTÄNDIGEN IBRAHIM URAL, DER FÜR DIE OPFERFEST-HILFEN NACH TANSANIA REISTE

 

Der Vorsitzende von WEFA Belgien İbrahim Ural erfuhr, dass er zum Anlass der Opferfest-Hilfen als Zuständiger nach Tansania reisen würde. Er erzählt uns, was er erlebte, als er seiner Familie davon berichtete:

 

„Ich freute mich sehr, als ich erfuhr, dass ich als Zuständiger für die Opferfest-Hilfen nach Tansania reisen sollte. Jedoch zögerte ich, als ich meiner Familie davon berichten sollte. Ich habe eine kleine Tochter und ich hatte Angst, dass sie traurig sein würde, weil ich das Opferfest nicht mit ihr verbringen könnte. Ich wusste, dass es zahlreiche hilfsbedürftige Menschen gibt, die in weiter Ferne hoffnungsvoll auf eine helfende Hand warteten. Ich setzte meine kleine Tochter vor mich und versuchte ihr dies auf eine ihr verständliche Art zu erklären. Sie blickte mir tief in die Augen und sagte „Mein lieber Papa, ich weiß, dass du da sehr gerne hingehen möchtest. Du wirst nicht vergessen, die Menschen dort nach Gebeten für uns zu bitten, oder?”. Mir kamen plötzlich Tränen in die Augen und ich war erneut stolz auf meine doch so kleine Tochter, die meine Seele berührte.”

 

Unser Zuständiger, Herr Ural, der, wie er uns mitteilt, jedes Mal erneut so aufgeregt wie auf seiner ersten Reise mit WEFA ist, fügt hinzu: „Ich weiß, dass es Hilfsbedürftige gibt, die in armen, benachteiligten Regionen hoffnungsvoll auf uns warten. Die Aufregung von ihnen erwartet zu werden hat dafür gesorgt, dass ich auf der Reise nach Tansania ständig meinen eigenen Herzschlag gehört habe.”

 

Wir möchten, dass Herr Ural über seine ersten Eindrücke bezüglich Tansania erzählen kann: „Schon in den ersten Momenten, an denen wir am Flughafen waren, sah man die Armut des Landes und den herzzerreißenden Zustand der Menschen. Als wir den Ort erreichten, an dem unsere Hilfsarbeiten stattfinden sollten, sah man die Not noch deutlicher. Trotz der schrecklichen Zustände trafen wir Menschen, die ständig dankbar waren. Das Lächeln in ihrem Gesicht machte uns stärker und die Hoffnung auf uns hoffender Menschen zu sein sorgte für Freude und Aufregung.”

 

Herr Ural berichtet uns ebenfalls von einem Vorfall in Tansania, der ihn sehr berührte: „Ein Wohltätiger aus der Stadt Lüttich in Belgien hatte davon mitbekommen, dass ich mit WEFA nach Tansania reisen würde und mir ein Päckchen zugeschickt, in dem sich ein Quran, ein Gebetsteppich und ein Tasbih befanden. Er wollte, dass ich dieses Paket an ein Waisenkind in Tansania gebe. Während des dort stattfindenden Treffens mit Waisenkindern wusste ich nicht, wem ich es geben würde. Ich drehte mich zu den sich in dem Saal befindenden Kindern um und fragte sie, wer den Quran lesen wollen würde und bemerkte, dass sich ein schüchternes Kind meldete. Ich gab ihm das Geschenk nach der Tilawat des von ihm gelesenen Qurans und schickte das Video dieses Geschehens an unseren Wohltäter aus Belgien. Er teilte uns mit, dass er sehr beeindruckt war und Tränen in den Augen hatte, als er das Video sah und dieser Moment war auch ein sehr emotionaler Moment für mich. Zwischen unserem Wohltäter und unserem Waisenkind gab es tausende Kilometer Entfernung, aber durch Liebe und Gebete wurde der Abstand zunichte gemacht.”

 

Er berichtet zudem über ein anderes emotionales und bedeutungsvolles Ereignis: „Wir verteilten Bonbons an die Kinder. Ich streckte den Arm zwei Mal nach dem selben Kind aus. Dieses hatte ein sehr großes Herz. Es zeigte mir seine Süßigkeit und wollte, dass ich die in meiner Hand einem anderen Kind gebe. Wir hatten ein reines, unschuldiges Wesen vor uns stehen, das die Freude des Teilens und der Brüderlichkeit bereits in einem sehr jungen Alter erfahren durfte. Ich war sehr überrascht. Ich begriff, was für einen hohen Wert das Teilen und die Hilfsbereitschaft in Tansania hat.”

 

Herr Ural, der als WEFA-Zuständiger liebend gern wiederholt eine helfende Hand an Hilfsbedürftige reichen möchte, beendet seine Worte folgendermaßen: „Wenn ich an Stelle dieser Menschen wäre, würde ich voller Hoffnung und Zuversicht auf Helfer warten und mein Leben lang für sie beten. Ich werde nun den Rest meines Lebens Hoffnungsträger für unsere hilfsbedürftigen Geschwister sein. Ich werde der sein, auf den sie warten.”

 

(İbrahim Ural / Tansania – Opferfest 2018)